Frankfurt (dpa) US-Superstar Alicia Keys hat ihren Ruf als Alleskönnerin eindrucksvoll untermauert. Bei ihrem ersten von zwei Deutschlandkonzerten begeisterte die vielseitige Sängerin die rund 8500 Fans in der nicht ausverkauften Frankfurter Festhalle am Dienstagabend mit einer zweistündigen abwechslungsreichen Show zwischen Gefühl und Partystimmung.
Von ihrer Kehlkopfentzündung, wegen der die New Yorkerin kürzlich ihren Auftritt bei der Echo- Verleihung absagen musste, hatte sich das erfolgsverwöhnte Multitalent offenbar bestens erholt.
Alicia Keys kann singen – und wie: ihr gewaltiges Organ, dem sie von sanften Tönen bis zu spitzen Schreien die ganze Palette abverlangt, sorgt für Staunen und Gänsehaut. Alicia Keys kann Klavier spielen – und wie: mal streichelt sie die Tasten des auf einem runden Drehpodest platzierten schwarzen Flügels, mal hämmert sie wie wild drauf ein.
Alicia Keys kann tanzen – und wie: sie fegt über die diversen Ebenen der Bühne und absolviert die ausgefeilten Choreographien wie das Selbstverständlichste der Welt. Alicia Keys kann Lieder schreiben – und was für welche: ob Ballade, RnB- Partykracher oder Soul-Stücken im Motown-Stil, Songs von Alicia Keys haben Groove und Gefühl, gehen ins Ohr, in die Beine und ans Herz.
Was Alicia Keys alles kann, entgeht seit ihrem Karrierestart mit Anfang 20 weder Musikfans noch Kritikern oder Preisjurys. Ihre drei bisherigen Alben – ihr 2001 veröffentlichtes Debüt «Songs in A Minor» mit ihrem beim Konzert in aufgepeppter Version dargebotenen Hit «Fallin», das Nachfolgealbum «The Diary of Alicia Keys» und ihr neuestes Werk «As I Am» mit der in Frankfurt als Zugabe präsentierten Single «No One» – eroberten allesamt Platz 1 der amerikanischen Billboard-Charts.
Neun Grammies hat Keys bisher erhalten. Trotz der riesigen Erfolge bleibt die in ärmlichen New Yorker Verhältnissen aufgewachsene Tochter eines jamaikanischen Flugbegleiters und einer irisch-schottisch-italienischen Musicalsängerin bodenständig.
Die stärksten Momente beim Konzert hatte Keys bei ihren Einlagen am Klavier. Aber auch ihre sechsköpfige Band, ihr Backgroundchor mit ebenfalls unglaublichen Stimmen und ihre Tänzer, die in diversen Outfits durchs Geschehen wirbelten, hatten große Auftritte auf der sich ständig verändernden Bühne.
Permanent war etwas los, und ständig war es wieder etwas Neues. Mal glaubte man an eine Wiederkehr von Diana Ross und den Supremes, mal gab es höchste Party-Alarmstufe, dann wieder wurde es ganz ruhig und bedächtig im weiten Rund.
Alicia Keys, die als Fünfjährige mit Klavier- und Ballettunterricht begann und mit 16 Jahren ihren ersten Plattenvertrag bekam, kann fast alles, nur nicht ihr Alter verraten. Ihr Geburtsjahr wird wahlweise mit 1980 oder 1981 angegeben.
Vielleicht lüftet sie das Geheimnis in ihrer Autobiografie, die sie angekündigt hat. Das zweite Deutschlandkonzert ist am 13. März in Hamburg.
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